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Springer-Quintett
des SV Neptun Aachen im NRW-Olympiateam 2004
Ihre Chancen mögen durchaus sehr unterschiedlich sein, ihr Ziel ist jedoch das gleiche: ein Mal dabei sein bei Olympia, dem Traum jedes Sportlers. Dafür quälen sie sich - bei den Wasserspringern vom sechsten, siebten Lebensjahr an. Schon als Neun- und Zehnjährige trainieren sie fünf bis sechs Mal in der Woche. Sechs NRW-Springer hatten die Vorstufe zu ihrem großen Ziel erklommen: Der SV NRW traute ihnen etwas zu und die Sportstiftung NRW nahm sie im Juli 2002 auf in das NRW-Olympiateam 2004. Doch hierauf ausruhen konnte sich niemand. Im Gegenteil. Nun ging der Leistungsdruck erst richtig los. Von Meisterschaft zu Meisterschaft erfolgten die Überprüfungen. Nach den Offenen Deutschen Hallenmeisterschaften 2003 wurde erneut abgewogen und die Förderung auf die besten Fünf konzentriert: Stefan Ulrich, Norman Becker, Sascha Klein, Patrick Pollok (alle SV Neptun Aachen) und Patrick Rodriguez Rubio vom Duisburger SSC. Ulrich, Becker, Klein und Rodriguez Rubio gehören auch dem DSV-Olympiakader an. Die Athleten kennen sich gut - als Trainingskameraden und von vielen Wettkämpfen, in unterschiedlichsten Konstellationen auch als Synchronpartner. Im Synchronspringen sehen die meisten auch ihre größte Chance. Stefan Ulrich, Student der Elektrotechnik an der FH Aachen, und Norman Becker, Juniorenweltmeister im 3m-Synchronspringen, hatten vor ihrer Berufung in das NRW-Olympiateam 2004 schon zwei Mal bewiesen, dass sie in der Lage sind, sich national ganz vorne zu behaupten. 2001 schnappte das Aachener Duo dem national damals führenden Turm-Paar Jan Hempel und Heiko Meyer die Fahrkarte zum European Champions Cup weg und 2002 gewannen sie gegen die Dresdner Olympiadritten von Sydney die Ausscheidung um die Berliner EM-Tickets. Anfang Februar 2004 vertraten sie zum dritten Mal die deutschen Farben beim European Champions Cup, sprangen als Dritte erstmals auf das Siegertreppchen und trugen mit ihrer Bronzemedaille maßgeblich zum dritten Platz des Männerteams und der Gesamtmannschaft bei. Wichtiger als sportliche Erfolge waren für Norman und seinen JWM-Goldpartner Sascha Klein im letzten Jahr die Schulabschlüsse. Norman baute sein Abitur und Sascha absolvierte erfolgreich die Realschule. Anschließend leisteten beide als Angehörige der Sportkompanie der Bundeswehr in Eschweiler ihren Grundwehrdienst ab und können sich als Sportsoldaten nun ohne Schulstress auf das ganz große sportliche Ziel vorbereiten. Hierbei setzt Norman nicht alles auf die Synchron-Karte. Auch in der Einzeldisziplinen will er vom Turm angreifen und seine Chance suchen. Das gilt auch für Sascha Klein. Sicher käme für ihn Athen besser erst 2005 oder 2006. Sascha gilt jedoch als eines der ganz großen Talente im DSV. Keiner sprang als Jugendlicher schwerere Serien als der Alsdorfer; noch nie wagte sich ein deutscher Springer mit 16 Jahren vom 3m-Brett im Wettkampf an den 3 ½-Auerbachsalto heran. Nach überwundenen Problemen am Handgelenk sagte er 2003 der nationalen Konkurrenz auch wieder vom Turm den Kampf an. Mit Erfolg: Bei den Deutschen Mannschaftsmeisterschaften / DSV-Kürpokal im Dezember 2003 in Aachen qualifizierte er sich für den European Champions Cup 2004 in Stockholm und gewann dort Anfang Februar bei seinem ersten internationalen Auftritt bei den Erwachsenen mit hervorragender Leistung völlig überraschend auf Anhieb Silber. Farbe bekennen müssen bei den Offenen Deutschen Hallenmeisterschaften Anfang April in der Westhalle Patrick Pollok und der Duisburger Patrick Rodriguez Rubio. Nach Bronze bei der DM 2000 belegte Patrick Pollok 2002 mit guter Leistung vom 1m-Brett Platz vier. Verletzungen warfen den Betriebswirtschaftsstudenten immer wieder zurück. So fiel für ihn 2003 die Hallen-DM ins Wasser und nach einer zu spät vorgenommenen Knieoperation ging er mit zu großem Trainingsrückstand in die Sommer-DM. Beim Studentenländerkampf Deutschland - China verbesserte er zunächst deutlich seine Bestmarke vom 1m-Brett und steigerte anschließend seine Bestleistung vom 3m-Brett um beachtliche 50 auf 632,40 Punkte. Für die Qualifikation zur Universiade 2003 in Daegu / KOR kam dies zwar zu spät, damit aber rechtfertigte Patrick Pollok nachdrücklich seinen Verbleib im NRW-Olympiateam 2004 und bewies, dass er unter seinem Trainer Alex Neufeld in den Kreis der vier besten deutschen Brettspringer eindringen kann. Hans Alt-Küpers |
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