NRW-Hallenmeisterschaften 2006:

Noch Luft bei schweren Sprüngen

Überraschungssieger vom 3m-Brett:
Johann Schartner

Bereits bei den Jugendmeisterschaften startete der Nachwuchs des SV Neptun Aachen gut in die neue Saison. Die meisten suchten eine Woche später bei den Offenen NRW-Meisterschaften bei der Auseinandersetzung mit den Erwachsenen gleich die nächste Herausforderung. Auch hier registrierten die Trainer neben vielen schönen Sprüngen erneut noch viel Luft gerade bei den neuen schweren Sprüngen, mit denen fast alle Neptun-Athleten ihr Programm in den letzten Monaten aufgestockt haben. Doch Bundesstützpunkttrainer Boris Rozenberg schaut gelassen voraus: "Wichtig ist, dass die Springer/innen ihre neuen Sprünge schon jetzt zeigen. Bis zum Sommer, wenn bei den Deutschen Meisterschaften die Qualifikationen zu den internationalen Hauptereignissen anstehen, haben sie noch ausreichend Zeit, an der Qualität zu feilen."

Auch sein Sohn Pawel blieb nicht verschont. Vom 3m-Brett musste er eine schmerzhafte Niederlage hinnehmen. Im Vorkampf noch Erster, bedeuteten im Finale zwei Fehlanläufe bei seinem neuen 2 ½-Auerbachsalto mit 1 ½ Schrauben die Höchststrafe: null Punkte. Das nutzten seine Vereinskameraden Johann Schartner und Norman Becker, um ihn auf Platz drei zu verweisen.

Umgekehrte Vorzeichen dann vom Einer. Im Vorkampf kassierte Johann Schartner in der zweiten Runde nach einem verpassten Absprung beim 3 ½-Vorwärtssalto null Punkte. Danach lief für ihn nichts mehr und er schied noch hinter dem C-Jugendlichen Timo Walldorf als Neunter aus. Schadlos hielt sich hier Pawel Rozenberg. Nach dem Vorkampf gewann der vierfache Deutsche Meister mit einer hervorragenden Serie auch das Finale ganz überlegen vor den A-Jugendlichen Philipp Becker und Johannes Donay.

Vom Turm dominierte Sascha Klein. Im Finale zeigte der WM-Teilnehmer die schwerste in der Welt gesprungene Serie, u.a. einen 3 ½-Rückwärtssalto gehechtet und einen 2 ½-Rückwärtssalto gehechtet mit 2 ½ Schrauben mit Schwierigkeitsgraden von 3,6 und 3,8! Mit großem Abstand verwies er Johannes Donay auf Platz zwei. Eine tolle Leistung bot hier der gerade erst in die B-Jugend aufgerückte Christian Wolf. Noch vor dem völlig indisponierten Norman Becker hätte er Christian Lulinski fast Bronze weggeschnappt.

Vom Turm siegte Katharina Beller (2. v.l.) vor Neele Beaujean 2. v.r.), Uschi Freitag (rechts) und Kristina Schindler (links).

Mit einer tadellosen Serie hatte die 13-jährige Neele Beaujean als Vorkampfsiegerin Uschi Freitag und Kristina Schindler bereits vom 1m-Brett das Fürchten gelehrt. Im Finale konnten sich die beiden A-Jugendlichen zwar noch einmal knapp behaupten, aber im 3m-Vorkampf dann das gleiche Bild. Auch wenn Neele ihre VK-Leistung im 3m-Finale nicht ganz wiederholen konnte, reichte es hier sehr zur Freude ihres Trainers Alex Neufeld zu Silber. Dessen zweiter Schützling Uschi Freitag blieb mit ihren schweren Sprüngen weit unter ihren Trainingsleistungen und beendete das Finale nur als Vierte.

Ähnlich erging es Kristina Schindler vom Turm. Hier setzte sich Katharina Beller knapp gegen Neele Beaujean und Uschi Freitag durch, obwohl die ehemalige Kunstturnerin nach Trainingsrückstand noch nicht ihre komplette 10m-Serie zusammen hatte, und ihre Sprünge auch noch lange nicht topp waren.

Hans Alt-Küpers

Ergebnisse der Offenen NRW-Hallenmeisterschaften 2006

Weiblich:

1m: 1. Uschi Freitag 227,90, 2. Kristina Schindler 214,80, 3. Neele Beaujean 207,80, 4. Swenja Roderburg 184,10 (alle Aachen), 5. Dorit Huda (Münster) 181,20;

3m: 1. Kristina Schindler 252,70, 2. Neele Beaujean 236,20, 3. Dorit Huda 199,20, 4. Uschi Freitag 145,50;

Turm: 1. Katharina Beller (Aachen) 232,35, 2. Neele Beaujean 227,35, 3. Uschi Freitag 223,70, 4. Kristina Schindler 177,30;

Kombination: 1. Neele Beaujean Platzziffer 7 (262 %), 2. Kristina Schindler PZ 7 (257 %), 3. Uschi Freitag PZ 8;

3m-Synchronspringen: 1. Katharina Beller / Kristina Schindler 244,41, 2. Swenja Roderburg / Neele Beaujean 183,81.

Männlich:

1m: 1. Pawel Rozenberg 374,30, 2. Philipp Becker 322,50, 3. Johannes Donay 279,25 (alle Aachen), 4. Felix Riemann (Köln) 270,15, 5. Benedikt Donay 268,45, 6. Christian Lulinski 261,00, 7. Christian Wolf 246,85, 8. Timo Walldorf 225,30 (alle Aachen);

3m: 1. Johann Schartner 369,00, 2. Norman Becker 368,10 (beide Aachen), 3. Pawel Rozenberg 361,25, 4. Johannes Donay 331,40, 5. Christian Lulinski 330,30, 6. Philipp Becker 328,80, 7. Rico Barthel 309,60, 8. Pascal Skibba 294,20 (beide Aachen);

Turm: 1. Sascha Klein 395,85, 2. Johannes Donay 314,00, 3. Christian Lulinski 299,75, 4. Christian Wolf 296,00, 5. Norman Becker 287,60, 6. Timo Walldorf 281,10, 7. Benedikt Donay 262,15;

Kombination: 1. Johannes Donay PZ 9, 2. Christian Lulinski PZ 14, 3. Benedikt Donay PZ 21, 4. Timo Walldorf PZ 24;

3m-Synchronspringen: 1. Philipp Becker / Johann Schartner 331,08, 2. Johannes Donay / Christian Lulinski 309,96.