Jugendeuropameisterschaften 2007 in Triest:

Neptun-Springer erfolgreich wie nie!
- Einmal Gold, zweimal Silber, viermal Bronze -

Mit hohen Erwartungen waren die Aachener Trainer Alexander Neufeld und Andreas Becker mit ihren Schützlingen My Phan, Neele Beaujean, Benedikt Donay, Christian Wolf (alle B-Jugend), Uschi Freitag und Johannes Donay (beide A-Jugend) zu den Jugendeuropameisterschaften nach Triest gefahren. "Nach ihrem hervorragenden Abschneiden beim 6-Nationen-Jugendländerkampf und 20. Internationalen Lambertz-Printenspringen im Frühjahr und bei den Deutschen Jugendsommermeisterschaften durften wir uns schon die eine oder andere Medaille ausrechnen. Wenn es gut lief, sollten alle unsere Springer bei ihren insgesamt dreizehn Starts die Finals erreichen und mit vier Medaillen nach Hause kommen", hatte Alex Neufeld das Ziel vorher abgesteckt. Am Ende wurden es für den Neptun-Nachwuchs die erfolgreichsten Jugendeuropameisterschaften in der Vereinsgeschichte.

Dabei begann alles mit einem kleinen Schock. Gleich im ersten Vorkampf kassierte Benedikt Donay vom 1m-Brett bei seinem völlig verhauenen 2 ½-Delfinsalto die Höchststrafe null Punkte. Dennoch rettete er sich als Zwölfter ins Finale. Dort musste er durch einen kleinen Fehler beim 2 ½-Rückwärtssalto dann seinem Teamkameraden Martin Wolfram aus Dresden Gold überlassen.

Für My Phan lief bereits der erste Tag sehr gut. Bereits im Vorkampf Dritte holte sie sich nicht ganz erwartet vom weniger geliebten Turm mit einer ordentlichen Finalserie hinter den favorisierten Springerinnen aus Russland und der Ukraine Bronze. Weniger optimal war dagegen der Auftritt von Uschi Freitag mit ihrer Dresdner Partnerin Julia Feist im 3m-Synchronspringen. Besonders Julia kam mit ihren Kürsprüngen gar nicht zurecht. So blieb den beiden 0,8 Punkte hinter den Italienerinnen nur Platz fünf. "Hier war wesentlich mehr drin. Selbst 269 Punkte, mit denen die Ukrainerinnen Gold holten, liegen im Leistungsvermögen unseres Paares", war Andreas Becker etwas enttäuscht.

Vergessen war das alles am zweiten Wettkampftag. Bereits im Vorkampf Zweite, konnte sich Uschi Freitag wie ihre Konkurrentinnen im 1m-Finale noch einmal deutlich steigern und gewann hinter den beiden favorisierten Ukrainerinnen Bronze. "Nach so vielen knapp gescheiterten Versuchen bin ich über meine erste JEM-Medaille überglücklich", strahlte die Aachenerin.

Den Höhepunkt des Tages setzte My Phan. Als Vorkampf-Vierte hatte sie in der Pflicht, deren Punkte ins Finale mitgenommen wurden, zwar bereits einiges gegenüber ihren russischen und ukrainischen Gegnerinnen verloren. Im Finale, das ihre Vereinskameradin Neele Beaujean als 15. des Vorkampfs enttäuschend verpasst hatte, brachte sie ihre 2 ½-Rückwärts- und Auerbachsprünge für jeweils 65,80 Punkte aber so perfekt ins Wasser, dass sie sich mit über 20 Punkten Vorsprung Gold holte!

Für Christian Wolf war sein erster JEM-Auftritt eine emotionale Achterbahn. Eigentlich für perfekte Tauchleistungen bekannt, verlor er übernervös bereits in der Pflicht nach einem nicht ganz gestandenen Handstandsalto fast 20 Punkte. Auch die Kürsprünge kamen noch nicht wie erhofft. Dennoch erreichte er als Siebter sicher das Finale der besten Zwölf, vergoss anschließend jedoch enttäuscht einige Tränen. Im Finale zeigte Christian dann seine großen Fortschritte, die er in diesem Jahr gemacht hat. Um 45 Punkte konnte er sich steigern und belegte hinter dem Vorkampfsieger Martin Wolfram aus Dresden strahlend Platz vier. "Mit einer gewohnt guten Pflicht hätte Christian sogar Bronze gewonnen. Aber dass wird sicher in der A-Jugend noch kommen", war sein Trainer Boris Rozenberg sehr zufrieden.

Auch der dritte Tag blieb für die Neptun-Athleten nicht medaillenlos. Als frisch gebackener Deutscher 1m-Meister in der Offenen Klasse beendete Johannes Donay den 1m-Vorkampf als Dritter, verlor aber in der Pflicht bereits unerwartet viel an Boden. Anders als die meisten seiner Konkurrenten konnte er sich im Finale auch nicht mehr steigern und belegte am Ende etwas enttäuscht Platz sechs.

Die obligatorische Tagesmedaille holte sich am Ende sein Bruder Benedikt. Zufrieden mit Silber war der jedoch keineswegs. Als Vorkampf-Fünfter hatte er bei den beiden ersten Pflichtsprüngen rund 15 Punkte eingebüßt, die ihm am Ende bitter fehlten. Doch danach sah es bis zur letzten Runde im Finale noch keineswegs aus. Mit über 71 Punkten hatte er seinen 3 ½-Auerbachsalto toll ins Wasser gestellt und sich um 16 Punkte von Martin Wolfram abgesetzt. Als die Kampfrichter für Bennis leichteren Schraubensprung dann "nur" 6,5 statt der erhofften 7,0 zückten, schnappte der Dresdner dem Aachener mit einem perfekten schweren Schraubensprung noch um drei Punkte die Goldmedaille weg.

Am vierten Tag gab es nur einen Wettkampf mit Aachener Beteiligung. Vom 1m-Brett zeigte My Phan die beste Pflicht, ließ bei den Kürsprüngen aber noch einige Luft und fiel im Vorkampf auf Platz vier zurück. Neele Beaujean verlor in der Pflicht fast 15 Punkte, kämpfte sich mit den Kürsprüngen aber von Runde zu Runde bis auf Platz zwei nach vorne. Wie ihre schärfsten Konkurrentinnen konnte sie sich im Finale noch einmal deutlich steigern und gewann 2,6 Punkte vor My Phan überglücklich die erhoffte Bronzemedaille.

Die letzte Aachener Medaille holte sich am Schlusstag Uschi Freitag vom 3m-Brett. "Diese Bronzemedaille war sicherlich nicht eingeplant, und hierfür hat Uschi auch bis zum letzten Sprung die Nerven behalten, vorbildlich gekämpft, keinen größeren Fehler gemacht und es allen ihren Kritikern gezeigt", strahlte Andreas Becker mit seinem Schützling um die Wette.

Eine kleine letzte Chance hatte sich im abschließenden Turmspringen der A-Jugend noch Johannes Donay ausgerechnet. Doch leider konnte er bereit die beiden ersten Pflichtsprünge nicht wie gewohnt gestochen spritzerlos ins Wasser bringen. Und auch in der Kür kamen erst die beiden letzten Sprünge richtig gut. Als Vorkampf-Achter zog er dennoch sicher ins Finale ein. Aber auch hier fand er bis auf seinen exzellenten 3 ½-Rückwärtssalto nie richtig in den Wettkampf und musste mit Platz zehn zufrieden sein. "Nun muss halt 2008 das große Jahr von Johannes werden. Das Zeug dazu hat er allemal", tröstete ihn sein Trainer Alex Neufeld.

"Mit fünf Gold-, vier Silber- und sechs Bronzemedaillen hat sich das deutsche Team diesmal ganz knapp hinter Russland auf Platz zwei in Europa geschoben. Mit sieben der fünfzehn deutschen Medaillen haben unsere Neptun-Athleten wesentlich zum großen Erfolg der DSV-Springer beigetragen", ist Bundesstützpunktleiter Hans Alt-Küpers stolz auf den Aachener Nachwuchs. Von einer anderen Warte aus wird für ihn die tolle Leistung noch deutlicher: In elf der vierzehn Disziplinen waren Aachener am Start, von 26 deutschen Startplätzen fielen 13 auf Springer/innen des SV Neptun. Zwölfmal erreichten sie das Finale, drei der sechs Aachener gewannen je zwei Medaillen, eine Athletin eine. Die beiden übrigen belegten die Plätze vier und sechs, das heißt: alle Neptun-Springer haben mindestens einen Platz unter den sechs besten europäischen Nachwuchsspringern belegt!

Hans Alt-Küpers

Nationenspiegel der Jugendeuropameisterschaften 2007
Platz
Nation
Gold
Silber
Bronze
4.
5.
6.
Medaillen
1.
Russland
5
5
5
1
5
1
15
2.
Deutschland
5
4
6
3
2
2
15
3.
Ukraine
4
4
1
-
5
3
9
4.
Italien
-
1
1
1
1
1
2
5.
Spanien
-
-
1
3
1
-
1
6.
Großbritannien
-
-
-
1
1
1
-
7.
Frankreich
-
-
-
-
2
-
-
8.
Weißrussland
-
-
-
-
1
-
-
9.
Griechenland
-
-
-
-
1
1
-
10.
Schweden
-
-
-
-
1
-
-
11.
Tschechische Republik
-
-
-
-
-
1
-
12.
Rumänien
-
-
-
-
-
1
-
13.
Schweiz
-
-
-
-
-
1
-

 

Jugendeuropameisterin 2007 vom 3m-Brett: My Phan (Mitte) vor der Russin Katerina Fedorchenko (links) und der Ukrainerin Viktoriya Potyekhina (rechts).

 

Die Aachener JEM-Teilnehmer/innen (von links): Benedikt Donay, Christian Wolf, Johannes Donay, Uschi Freitag, My Phan und Neele Beaujean; vorne die Trainer Andreas Becker und Alexander Neufeld.